Garcia

Roman von Waldtraut Lewin

Dona Gracia Nasi steht auf der Terrasse ihres Palastes und sieht hinab auf die grauen Fluten des Bosporus. In der Hand hält sie eine Phiole mit Gift.

Sie ist Herrin über das weltumspannende, märchenhaft reiche Bankhaus Mendes und wird von denen, die sie lieben, ehrfurchtsvoll Die Senora genannt.

Alles, was sie in den letzten Jahrzehnten begann, war von Erfolg gekrönt. Sie ist die Erste ihres Volkes, des jüdischen Volkes, das hier im muslimischen Konstantinopel, fern von Westeuropa, eine sichere Heimstatt fand, fern von den Verfolgungen der Inquisition, fern von den Scheiterhaufen, auf denen so viele ihrer Glaubensbrüder in Italien und Frankreich, in den Niederlanden und in Deutschland qualvoll ihr Leben verloren ...

Auch dieser Hort sicheren jüdischen Lebens im mächtigen türkischen Reich ist ihr Werk.

Nun hat sie ersten Mal in ihrem Leben eine Niederlage erlitten, so tief, dass sie glaubt, sich nie mehr erholen zu können davon. Mehr noch: Sie sieht ihr Lebenswerk gescheitert. Niemand, so glaubt sie, kann ihr noch helfen, ihr beistehen in diesen schrecklichen Tagen – nicht einmal der Mann, den sie liebt. Doch sie soll sich irren ...


Droemer Knaur | München September 2010
ISBN 978-3-426-50430-7

Illustration aus "The Last Days of Shylock" von Arthur Szyk

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